Die Seychellen - (m)eine Liebe auf den zweiten Blick

Aktualisiert: Nov 25

Du denkst, die Seychellen sind nur für die Superreichen? Ich kann dir sagen, weit gefehlt. Also bitte nicht gleicht wegklicken – dieser Archipel im indischen Ozean bietet nicht nur eine enorme landschaftliche Vielfalt, sondern auch Angebote für jede Beschaffenheit des Reisebudgets. Diversität ist ganz generell DAS Stichwort, wenn es um besagte Destination geht. Welche Schätze es zu erkunden und zu entdecken gibt, davon habe ich mich selbst überzeugt und dabei mein Herz verloren. Ich kann nur sagen: einmal Seychellen, immer (wieder) Seychellen.



Wie alles begann

Ich selbst habe den Inselstaat nord-östlich von Afrika 2012 für mich entdeckt. Gemeinsam mit meinem Mann bin ich das erste Mal dort in die Kultur und die landschaftlichen Besonderheiten eingetaucht – natürlich zu Wasser und zu Land. Schließlich zählt der Sport unterhalb des Meeresspiegels zu meinen großen Leidenschaften. Neben der Unterwasserwelt ist uns auch der direkte Kontakt zu Bewohnern und Einheimischen ein Bedürfnis und Herzensanliegen. Nirgendwo sonst lernt man ein fremdes Land so gut kennen, wie im Gespräch oder der Begegnung jener, die für diesen Kulturkreis stehen und brennen. Unsere Erfahrung hat uns gelehrt, dass dies am leichtesten in privaten Unterkünften und Lodges gelingt. Dank des Teilens von Tisch und Tor sowie die zahlreichen Möglichkeiten des Zusammentreffens lassen über die Jahre hinweg eine freundschaftliche Verbundenheit und echte Nähe entstehen. Die Anonymität eines glattgebügelten, standardisierten Ressorts ist dafür mehr ein Hindernis.


Alles zu seiner Zeit

Ähnlich essenziell für ein optimales Reiseerlebnis ist die Wahl des richtigen Zeitpunkts bzw. der besten Jahreszeit für die geplanten Unternehmungen. Wir haben den Oktober und den November für unseren Trip auserkoren, da sich die Gluthitze in Grenzen hält und zudem stetig ein leichtes Lüftchen weht. Hätten wir im Frühjahr die Seychellen bereist, wären so manche Aktivitäten aufgrund der heißen Temperaturen gar nicht möglich gewesen. Doch wie so manches Mal, bestätigt die Ausnahme die Regel und so kam es, dass unser erster Besuch uns in der ersten Woche gleich eine Phase des Dauerregens bescherte. Zum süßen Nichtstun verdonnert, blieben wie somit erst einmal auf der Terrasse unserer Unterkunft bei gutem Lesestoff sitzen und lauschten der beruhigenden Monotonie der prasselnden Tropfen, die unaufhörlich und massenhaft vom Himmel fielen. Wir nahmen es mit Gelassenheit und Humor – ebenso gute Zutaten eines gelungenen Urlaubs.



Mein persönliches Best-of

Am Ende der ersten Woche brachen wir zu einer Expedition auf die Nachbarinsel Praslin auf. Es war das Geburtstagsgeschenk an meinen Mann und wir bestiegen die Maschine – noch immer bei strömendem Niederschlag. Nach nur 15 Minuten landeten wir und wurden zum Auftakt des Inselhoppings mit strahlendem Sonnenschein begrüßt. Erstmals bot sich uns das hinlänglich bekannte Bild, das im Kopf auftaucht, wenn man an die Seychellen denkt: weißer Sandstrand, Palmen und ein leuchtend blauer Himmel. Die Luft flimmerte von über 30° C und den Sonnenstrahlen, die tausend Glitzerlichter auf das offene Meer malten. Es war ein Bild für Götter und absolut einzigartig. Wir blieben drei Tage auf Praslin und genossen das meteorologische wie auch aktive Kontrastprogramm. Danach ging es weiter nach Mahe, wo uns ähnlich Wundervolles hinsichtlich Wetter und Erlebnis erwartete. Wir gingen täglich unter Wasser, um die so berühmten Granitformationen, Flora und Fauna zu erkunden. Wirklich sehenswert waren außerdem die kleineste Hauptstadt der Welt Victoria und der üppige Nebelwald. Wir machten Trackingtouren, kauften frischen Fisch direkt am Strand, besuchten den wöchentlichen Markt am Beau Vallon, wo neben Obst, Gemüse, Fisch und Gewürzen auch köstliche kreolische Küche als Take-away angeboten wird, und entdecken auf unserer Erkundungstour zahlreiche einsame Buchten. Es war unbeschreiblich schön und das erste Mal fühlte ich so etwas wie eine tiefe emotionale Verbundenheit mit dem „Neuland“.


Eine echte Empfehlung für alle, die Mahe bereisen, ist der Gewürzgarten "Jardin Du Roi". Die Blüten der Mango- und Orangenbäume verströmen einen betörenden Duft und buhlen mit Vanille, Nelken, Muskat und Zimt um die Aufmerksamkeit der Besucher. Auch abseits dieses Kleinods finden sich überall Mango-, Bananen- und Passionsfruchtbäume sowie Kakaopflanzen.



Von Schlaglöchern und Linksverkehr

So idyllisch die Seychellen in ihrer natürlichen Erscheinungsform sind, so herausfordernd ist die motorisierte Fortbewegung auf den engen, oftmals etwas baufälligen Straßen, die noch dazu im Linksverkehr befahren werden. Kommt dann auch noch Regen hinzu, wäscht sich der Sand aus und macht das Fahrvergnügen zur Rutschpartie. Das tut der Feierlaune der Einheimischen jedoch keinen Abbruch, denn sie zelebrieren das Leben bei jeder sich bietenden Gelegenheit direkt am unbeleuchteten Straßenrand, was zusätzlich zur Vorsicht für alle Verkehrsteilnehmer mahnt.



Mein Fazit

Die vorerst finale Bilanz der ersten Reise auf diese facettenreiche Inselgruppe war durchwachsen und wir traten mit einer Kombination aus herrlichen Eindrücken und einem bisweilen schalen Gefühl die Heimreise an. Doch wie es so oft im Leben ist – manche Dinge braucht eben seine Zeit und will erst einmal verdaut und reflektiert werden. So war es auch in diesem Fall, denn obwohl wir es nicht so geplant hatten, entschieden wir uns bei der nächsten Wahl unserer Destination wieder für die Seychellen.



Gekommen, um zu bleiben

Zu schön und einzigartig war die Inselwelt mit all ihren Vorzügen und auch die Menschen vor Ort haben unser Herz mit ihrer unbeschwerten Lebensfreude erobert. Was können da eine regnerische Phase und ein paar Unvorhersehbarkeiten schon daran ändern? Wir lieben ohnehin das Abenteuer und davon kann man auf den Seychellen wahrlich genug erleben. Einen Auszug in Bildern könnt ihr hier entdecken und ich kann abschließend nur eines sagen: die Seychellen mögen ihre Ecken und Kanten haben, aber sie sind eine unvergessliche Erfahrung für alle Sinne und jeden Blickwinkel.



















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